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Hintergrund

Syrien: Erklärung der syrischen marxistischen Linken

Vertreter der syrischen Linken haben am 2./3.März in Brüssel ihre erste Versammlung organisiert. Sie diskutierten über die Herausforderungen , mit denen die syrische Linke, die zum diktatorischen Regime in Opposition steht und sich an der Volksrevolution beteiligt, konfrontiert ist, über die Übergangsphase und über die zukünftige Rolle der Linken. Nachstehend ihre Abschlusserklärung.


Griechenland: "Das Schuldendiktat ist eine Form der Kriegführung"

Der Mitarbeiter der Fraktion der Europäischen Linkspartei im Europaparlament, Klaus Dräger, im Gespräch über Eurobonds, das deutsche Europa und die Erpressung der Schuldner. Er beschreibt den autoritären Weg, den die EU unter deutscher Führung mit der europäischen Wirtschaftsunion einschlägt, die an die Rettungspakete gekoppelt ist


Die Pariser Kommune von 1871 - die erste Regierung der ArbeiterInnenklasse

Für Karl Marx war die Pariser Kommune "wesentlich eine Regierung der Arbeiterklasse, das Resultat des Kampfes der hervorbringenden gegen die aneignende Klasse, die endlich entdeckte politische Form, unter der die ökonomische Befreiung der Arbeit sich vollziehen konnte". Vor 140 Jahren, im Mai 1871, unterlag sie der blutigen Konterrevolution.


Die Schuldner vor dem Ausbluten schützen: Lehren aus Argentinien

Im Jahr 2002 erklärte Argentinien mit einem Schuldenberg von 100 Mrd. US-Dollar seine Zahlungsunfähigkeit. Griechenland macht derzeit dasselbe Drama durch. Für die Bewältigung der Schuldenkrise lassen sich aus dem argentinischen Beispiel Lehren ziehen.


Kapitalistische Wegwerfkultur in Zeiten der Ressourcenknappheit

Leergefischte Ozeane, globale Erwärmung und steigende Rohstoffpreise: Das befeuert die wachsende Erkenntnis, dass die Ressourcen auf unserem Planeten endlich sind. Auch bürgerliche Wissenschaftler wollen mittlerweile den Ressourcenverbrauch reduzieren. Allerdings wollen sie trotzdem am kapitalistischen Wachstumskurs festhalten. Und es ist auch kein Zufall, dass bei ihren zahlreichen Vorschlägen zur Ressourceneffizienz die tägliche Verschwendung durch kapitalistische Obsoleszenz - eingeplanten Verschleiß - nicht auftaucht.


8 Vorschläge für ein "anderes Europa"

Die Krise erschüttert die Europäische Union bis in die Grundfesten. Für einige Länder hat sich die Schlinge der öffentlichen Verschuldung zugezogen, und durch die Finanzmärkte stecken sie in einer finanziellen Klemme. Mit aktiver Unterstützung der aktuellen Regierungen, der EU Kommission, der europäischen Zentralbank und des IWF bereichern sich die Geldinstitute, die die Krise hervorgerufen haben und spekulieren mit den Staatsschulden. Die Unternehmer profitieren von der Situation und haben eine brutale Offensive gegen eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialgrundrechten weiter Teile der Bevölkerung gestartet. Dagegen stellt der Historiker, Politikwissenschafter und politische Aktivist Eric Toussaint "8 Vorschläge für ein anderes Europa" vor, Forderungen, die die tatsächlichen Ursachen der kapitalistischen Krise betreffen.


Pariser Commune, 18. März bis 28. Mai 1871 - Die erste Regierung der ArbeiterInnenklasse

72 Tage der Befreiung und eines demokratischen Experiments, das auch die politische Aktivitäte von Frauen und AusländerInnen einschloss, wurde in einem Blutbad beendet. Karl Marx zog die Lehren daraus und sah sich in seiner Vorstellung bestätigt, dass der bürgerliche Staat nicht reformiert, sondern zerstört und durch andere Institutionen ersetzt werden müsse. Die Kommune hatte damit angefangen, allerdings nur zaghaft; und die Vertreter des bürgerlichen Staates, denen das zögerliche Verhalten der Kommune die Möglichkeit gegeben hatte, sich in Versailles neu zu formieren, haben das schlimmste Massaker an ArbeiterInnen in der Geschichte Frankreichs verübt.


Die polnische „Solidarnośc” - eine verratene Revolution

Eine Revolution kann auf zwei Arten eine Niederlage erleiden - entweder wird sie erstickt oder verraten. Die Tragödie der polnischen Revolution 1980-81 liegt daran, dass sie beiden Niederlagen erlegen ist. Sie wurde von all denen verraten, die im Fahrwasser der heutigen politischen Eliten sich auf den August 1980 und ihre Abstammung von der Solidarnośc berufen. In dem sie den Kapitalismus restaurierten, sind sie den Interessen der Gesellschaft untreu geworden, die in der Revolution zum Ausdruck gekommen war und haben somit alles über Bord geworfen, was ursprünglich angezielt war.


Fukushima beweist: Keine Atomenergie ohne Katastrophe

Es ist eingetreten, was eintreten musste: ein weiterer schwerer atomarer "Unfall". Zu dem Zeitpunkt, an dem diese Zeilen geschrieben werden, steht noch nicht fest, dass er die Dimensionen einer Katastrophe ähnlich wie der in Tschernobyl annehmen wird, aber die Dinge scheinen sich leider in diese Richtung zu entwickeln. Ob es nun eine Katastrophe von großem Umfang gibt oder nicht, es hat sich einmal mehr erwiesen, dass diese Technik nicht hundertprozentig sicher sein kann. Die Risiken sind dermaßen entsetzlich, dass die Schlussfolgerung auf der Hand liegt: Ein Ausstieg aus der Atomenergie ist dringend geboten, und zwar so schnell wie möglich.


Nach der AKW-Katastrophe: Hoffnung auf Kernfusion?

Ist nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und dem anwachsenden Widerstand gegen AKWs wieder die alte Leier zu erwarten, die "unschädliche Kernenergie der Zukunft" sei die Kernfusion?


Tunesien, Ägypten, Libyen: Abgang der Potentaten

Um die Zukunft Tunesiens, Ägyptens oder Libyens braucht niemand zu bangen. Auf den Freiheitsplätzen, den neuen Foren der großen Städte, haben Hunderttausende Zwanzig- bis Vierzigjährige einen Schnellkurs in Selbstverwaltung und Selbstverteidigung durchlaufen, und unter ihnen befinden sich Hunderte und Tausende, die weitaus besser imstande sind, ihr Land zu regieren, als die aschgrauen Mumien und Sybariten, Schreckensmänner und Exzentriker von gestern.


Krise des Euro: Europa auf neue Füße stellen

Die europäischen Regierungen kenen nur eine Antwort auf die Finanzkrise: Sparen auf Kosten der öffentlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheitswesen und Sozialausgaben. Der Ökonom Michel Husson entwirft ein anderes Bild: Eine wirkliche Lösung der Krise erfordert die Rückkehr zur Vollbeschäftigung - das kann geschehen über die Schaffung von sozial und ökologisch nützlichen Arbeitsplätzen und über die Verkürzung der Arbeitszeit.


Die 4. Internationale nach dem 16. Weltkongress: Wieder eine Perspektive!

Ende Februar 2010 fand der 16. Weltkongress der Vierten Internationale statt. Unser Korrespondent skizziert Verlauf und Ergebnisse. Delegierte, BeobachterInnen und Gäste aus 40 Ländern nahmen an dem Kongress teil, darunter Delegationen der russischen Sozialistischen Bewegung "Wperjod" und der Labour Party of Pakistan (LPP).


Zeit, Beschleunigung, Krise und Klimawandel - eine Annäherung

Die Beschäftigung mit dem Thema „Zeit“ mag im Zusammenhang mit der derzeitigen kombinierten ökonomischen und ökologischen Krise auf den ersten Blick etwas abseitig erscheinen. Aber sie lohnt sich.


Daniel Bensaïd: Von der Aktualität des Kommunismus

Der folgende Artikel ist einer der letzten, die Daniel Bensaïd geschrieben hat. Er erschien Ende 2009 im vierten Heft der neuen Folge der von ihm zusammen mit Eustathis Kouvelakis und Francis Sitel herausgegebenen Pariser Zeitschrift "ContreTemps", als einer von elf Beiträgen zum Thema «Wofür steht die Bezeichnung Kommunismus?».


Winfried Wolf: Sieben Krisen - ein Crash

Bei der 25-Jahr-Feier von HO&RUCK hielt Winfried Wolf ein Referat über die Krise.


Zehn Jahre nach dem Krieg im Kosovo - Die Lügen des Krieges

Im März 1999 flog die NATO ihre ersten Luftangriffe gegen Belgrad, damals die Hauptstadt dessen, was von der Jugoslawischen Föderation übrig geblieben war: Serbien, einschließlich Kosovo, und Montenegro. Aus den Angriffen, die laut den Diplomaten der atlantischen Allianz nur einige Tage dauern sollten, wurde ein dreimonatiger Krieg. Unter dem Vorwand, die Kosovoalbaner vor den serbischen Streitkräften zu schützen, ging es in Wirklichkeit um die Rettung der NATO: Denn die NATO, entstanden im Kalten Krieg, hätte sich 1991 ebenso auflösen müssen wie sein östliches Gegenstück, der Warschauer Pakt. Die Luftangriffe waren von den USA gewollt, um ihr Recht zu erzwingen, sich auf dem Balkan festzusetzen. Damit verhinderten sie keinen Steppenbrand, sie lösten ihn erst aus.


Die Schweinegrippe und die monströse Macht der Fleischproduzenten

Die mexikanische Schweinegrippe, eine genetische Schimäre, die wahrscheinlich im Kotschlamm einer industriellen Schweinemast erzeugt wurde, droht urplötzlich die gesamte Welt anzustecken. Die ersten Ausbrüche in Nordamerika lassen eine Infektionsrate erkennen, die sich mit größerer Geschwindigkeit über den Globus verbreitet als die letzte offizielle Pandemie, die Hongkonggrippe 1968.


Kapitalistische Krise: IWF versenken statt recyclen

Der G20-Gipfel in London war eine große Show. Dahinter verbargen die globalen Eliten ihre tiefe Sorge und Angst darüber, dass sie nicht wissen, in welche Richtung sich die Weltwirtschaft entwickelt und welche Maßnahmen zu ihrer Stabilisierung ergriffen werden können. Die jüngsten Statistiken übertreffen selbst die düstersten Prognosen. Das gefürchtete "D"-Wort [Depression] beginnt, die Runde zu machen, und es dämmert allmählich, dass sich eine Flutwelle aufbaut, die die Billionen Dollar für Konjunkturprogramme noch unter sich begraben wird. WALDEN BELLO für eine ent-globalisierte postkapitalistische Ordnung


Stasi-Spitzel Kurras: Der stets denunzierte Widerspruch

Eine Zeitungsmeldung: Der Polizist Kurras, verantwortlich für den Tod des Studenten Benno Ohnesorg, den er im Verlauf einer Demonstration gegen das Schah-Regime 1967 in West-Berlin „ohne Not“ erschossen hatte, war, wie zwei Historiker kürzlich vermeldeten, offenbar ein Stasi-Spitzel.


Automobilindustrie – ein Zyklus geht zu Ende

Die aktuelle Krise der Automobilindustrie, die in der zweiten Jahreshälfte 2008 ausgebrochen ist, ist einzigartig, weil alle Kontinente zugleich betroffen sind wie auch wegen ihres Umfangs, ihrer drohenden Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, ihrer Verknüpfung mit der absehbaren Verknappung der Erdölreserven und wegen der Umweltkrise. Insofern fokussieren sich in der Krise der Automobilindustrie wie unter einem Brennglas alle Elemente der globalen Krise


Agro-Gentechnik erneut vor UN-Menschenrechtsausausschuss

Anbau von Gen-Soja in Brasilien führt zu drastischen Menschenrechtsverletzungen an brasilianischen Bäuerinnen und Bauern: zerstörte Ernten, Landlosigkeit, Gesundheitsschäden und Zunahme von Armut und Unterernährung.


Die Bankenkrise in Mittel- und Osteuropa und die Rückwirkungen auf westeuropäische Banken

Die Transformation der Ökonomien Mittel- und Osteuropas hat Volkswirtschaften hinterlassen, die erneut in vollständige wirtschaftliche Abhängigkeit von Westeuropa und seinen Banken geraten sind. In der Krise fällt der EU diese Art "Abwicklung des 'Kommunismus" jetzt auf den Kopf.


Charles Darwin: Revolutionär wider Willen

Karl Marx besuchte mehrere Vorträge des Darwin-Mitarbeiters Huxley und empfahl sie auch seinen politischen Freunden. Wilhelm Liebknecht erinnerte sich später: „...als Darwin die Konsequenzen seiner Forschung zog und sie der Öffentlichkeit vorlegte, da war bei uns monatelang von nichts anderem die Rede als von Darwin und der umwälzenden Gewalt seiner wissenschaftlichen Eroberungen” - Darwins Theorie war revolutionär, er selbst war es nicht.


Ökonomie: Die schlimmste Krise des Kapitalismus seit den Dreißigerjahren

Die Vereinigten Staaten und die Welt befinden sich heute in der Anfangsphase der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der großen Depression der 1930er Jahre. Die Krise stellt das größte Scheitern des freien Marktes seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Seit geraumer Zeit haben die meisten Ökonomen behauptet, der Markt würde sich selbst regulieren und die Fehler selbst korrigieren; dieses Traumgespinst hat sich jetzt in Luft aufgelöst.


Anmerkungen zur politischen Lage: Falsche Antworten auf die Krise und die Notwendigkeit von Übergangsforderungen

Die sich anbahnende Weltwirtschaftskrise, wovon die Finanzkrise nur die erste Phase darstellt, hat die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Situation rund um den Globus fundamental verändert.


Israelische Aggression gegen Gaza mit Einverständnis der arabischen Ölmonarchien

Der israelische Militärschlag gegen die palästinensische Bevölkerung des Gaza wurde mit Rücksicht auf Barack Obama vor dessen Amtseinführung und mit Wissen der "Araber Amerikas" - den Ölmonarchien, der jordanischen Monarchie und Ägyptens - ganz exakt vorgeplant.


Interview: Palästina, Libanon, Irak und die Antikriegsbewegung

Gilbert Achcar, Politikwissenschafter, politischer Aktivist und Buchautor, im Gespräch über die politische Situation im Nahen und Mittleren Osten und deren historische Wurzeln, über die Rolle der USA und über die Schwäche der palästinensischen Linken und der Friedensbwegung.


Klimawandel: Vom Prinzip der Solidarität

Die Logik des kapitalistischen Systems zerstöre die Erde, sagt Boliviens Präsident Evo Morales und fordert die Industriestaaten auf, ihre Versprechungen einzuhalten. Der bolivianische Präsident Evo Morales schrieb den folgenden Text anlässlich des UN-Klimagipfels in Poznan.


Hat die Autoindustrie noch eine Zukunft?

Das Massenprodukt Auto hat große Probleme. Der Markt ist übersättigt, die Einkommen schrumpfen, und das Produkt ist ein Klimakiller ersten Ranges. In der Autoindustrie stehen weltweit Kurzarbeit und Massenentlassungen an. Die AutomobilarbeiterInnen kommen um eine Diskussion über die Zukunft des Autos nicht mehr herum.


Griechenland: Die Rebellion geht weiter

Seit Wochen und Monaten brodelt es in der griechischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Krise und der Korruption der politischen Klasse, reichen sich die unterschiedlichsten Formen von Protest die Hände. Tausende von Häftlingen befanden sich im Hungerstreik, auf Corfu wehren sich BewohnerInnen mit allen Mitteln gegen eine Giftmülldeponie. Krankenschwestern demonstrieren und setzen den Gesundheitsminister fest. ArbeiterInnen, die um ihre Löhne geprellt wurden, ziehen in die Hauptstadt, um dort zu demonstrieren. An den Schulen und Universitäten tobt seit Wochen eine Welle von Besetzungen und Protestaktionen einer Generation ohne Perspektive. "die linke - online" dokumentiert die Stimmung unter den rebellierenden GriechInnen durch die "Erklärung der Vollversammlung der besetzten Theaterschule in Thessaloniki"


Zur Finanzkrise: Weder Keynes noch Sozialismus

Die Finanzkrise und ihre Auswirkung auf die US-Hegemonie: Ingo Schmidt vergleicht die Krisen 1930, 1970, 2008 - Die Finanzkrise hat den Glauben an die Fähigkeit der USA, Vermögen und Profite zu schützen, erschüttert. Doch zum Pentagon-Wall-Street-Kapitalismus gibt es noch keine Alternative. Boom oder Pleite, die Wall Street kann einen beschäftigen. Jedermann diskutiert dieser Tage über das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket der US-Regierung. Nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers ist die große Frage: Wer kommt als nächstes?


Regulieren oder verstaatlichen? Die "Rettungspläne" retten nur die Profite der Banken

Eine Kritik nur der Finanzmärkte greift zu kurz. Sie sind unauflöslich mit dem Gesamtsystem des Kapitalismus verbunden. Am Tag nach der Bekanntgabe des europäischen Rettungsplans sind die Börsenkurse wieder hochgeschnellt — um in den Tagen darauf wieder abzusacken. Das bedeutet, die Spekulanten haben begriffen, dass die Finanzkrise nunmehr von einer Rezession abgelöst wird. Die enormen Summen, die den Banken in Form von Krediten oder Beteiligungen ("Verstaatlichungen") zur Verfügung gestellt wurden, haben nicht gereicht, die Finanzmärkte zu beruhigen.


Vom Widerstand zur Alternative: Historische Betrachtung

Im Wesentlichen prägen weltweit zwei gegensätzliche Tendenzen das Bild. Die eine besteht in der Fortführung der seit dreißig Jahren laufenden neoliberalen imperialistischen Offensive. In den letzten Jahren äußerte sich diese Tendenz in einer Häufung imperialistischer Kriege insbesondere zur Sicherung der Rohölreserven, in der erneuten Aufrüstung der Großmächte, in der forcierten Handelsöffnung abhängiger Länder, in weitgehenden Privatisierungen sowie systematischen Angriffen auf die Löhne und die von den ArbeiterInnen durchgesetzten Formen kollektiver sozialer Absicherung. All dies entspricht dem Washingtoner Konsens. Diese Politik wird sowohl in den Industrieländern als auch in den Entwicklungsländern umgesetzt.


Die ethnische Säuberung Palästinas von 1948

Dieser Artikel ist ein Auszug aus einem der ersten Kapitel eines neuen Buches. Er betont die systematischen Vorbereitungen, die die Grundlage legten für die Vertreibung von mehr als 750 000 Palästinensern aus dem Teil, der 1948 Israel wurde. Während hier der Kontext, die diplomatischen und politischen Entwicklungen dieser Periode nur skizziert werden, liegt hier die besondere Betonung auf dem „Dorf-Akte“-Projekt (1940 – 47), in dem systematisch Karten und Informationen über jedes arabisches Dorf sorgfältig zusammengetragen wurde. Dies geschah von weniger als einem Dutzend Männer, die von Ben Gurion angeleitet wurden. Danach wurde eine Reihe militärischer Pläne ausgearbeitet, von denen der Plan Dalet der bekannteste war und nach dem der Krieg von 1948 ausgefochten wurde. Der Artikel endet mit einem Statement des Autors: Es ist das Ziel seines Buches und die Grundlage seiner wissenschaftlichen Forschung, das Paradigma des Krieges durch das der ethnischen Säuberung zu ersetzen. Es geht ihm auch um die öffentliche Debatte über 1948.


Bourgeoisie zwischen Finanzkrise und Sinnkrise

Immobilienkreditkrise, Lebensmittelpreisexplosionen, Finanzkrisen... linke.at-Autor Sergej Donauer liefert keine Antworten, sondern er stellt einige Gedanken und Hypothesen zur Entwicklung des Kapitalismus auf Weltebene zur Diskussion


Frankreich: Soziale Kämpfe ohne politische Orientierung

Der Gewerkschaftsaktivist und Aktivist der radikalen Linken in Frankreich, Michel Rousseau, analysiert nach dem Wahldämpfer für die Rechte und Sarkozy bei den Kommunalwahlen, die sozialen Kämpfe und die zersplitterte Linke.


Simone de Beauvoir: Über den Existenzialismus hinaus

Die Schriften der französischen Philosophin, die vor 100 Jahren geboren wurde, haben — neben denen US-amerikanischer Feministinnen — die Neue Frauenbewegung maßgeblich geprägt. Ganze Generationen junger Frauen haben sich politisiert an der Frage des Rechts, über Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch selber entscheiden zu können. Heute scheint es eine Selbstverständlichkeit — was kann sie uns da noch sagen?


NATO-Strategie neu: "Ein kohärentes Besatzungs- und Aufstandsbekämpfungskonzept"

Die NATO wird auf der Sicherheitskonferenz in Bukarest im April ein neues Strategiekonzept diskutieren. Was ist daran neu? Und welche Veränderungen in den Kriegskonzepten sind zu erwarten, falls Barack Obama US-Präsident wird? Angela Klein (SOZ) sprach darüber mit dem Politikwissenschafter Jürgen Wagner.


Der Finanzkapitalismus frisst seine Kinder

Kredite werden teurer, die Konjunktur schwächt sich ab, und trotzdem steigen die Börsenkurse. Kündigt sich hier bereits ein neuer Aufschwung an? Oder unterschätzen Finanzanleger das Ausmaß der im Spätsommer ausgebrochenen Finanzkrise? Stehen gar, wie in den 70er Jahren, Wirtschaftskrise und Inflation gleichzeitig ins Haus? Fragen über Fragen, die die Gesellschaft der Marktteilnehmer von höchsten Autoritäten beantwortet wissen will — den Zentralbankchefs in Tokyo, Frankfurt und insbesondere Washington.


Wilhelm Reich und die Psychoanalyse[*]

„Daß die Menschen als einzige Spezies das Naturgesetz der Sexualität nicht erfüllen, ist die unmittelbare Ursache einer Reihe vernichtender Seuchen. Die äußere gesellschaftliche Lebensverneinung hat Massensterben zur Folge, in Gestalt der Kriege ebensowohl wie infolge seelischer und körperlicher Störungen der Lebensfunktion.“ W. Reich (1940)[1]


Die entgleiste Revolution: Ein Rückblick nach neun Jahrzehnten

Die Russische Revolution: Im März (Februar) 1917 kam es – nach einer Reihe von Streiks und Brotkrawallen – zu einer Massenmeuterei der russischen Arbeiter- und Bauernsoldaten gegen den Zaren und seine Generäle. Das war der Anfang vom Ende der Massenschlächterei des ersten Weltkriegs. Die gesellschaftlichen Träger der Revolution waren 5 Millionen Industrie- und Transportarbeiter und 100 Millionen landlose Bauern.


Die Flamme des „Che"

Auch vierzig Jahre nach seinem Tod ist die Anziehungskraft des Che auf viele Jugendliche, die sich gegen die Barbarei der Weltordnung auflehnen, noch immer ungebrochen. Unsere französischen LCR-Genossen (Michael Löwy (Soziologe und Autor) und Olivier Besancenot (zweifacher Präsidentschaftskandidat der LCR) haben seinem politischen Werk und der Aktualität seines Kampfes ein Buch gewidmet, das kürzlich in französischer Sprache erschienen ist(1). Hier einige Auszüge.


Die radikale Linke in Europa: Der Linksblock in Portugal

Am 2. und 3.Juni fand in Lissabon der fünfte Nationale Kongress des portugiesischen Bloco de Esquerda (Linksblock) statt. Seit der Gründung 1999 hat sich diese Einheitsorganisation der antikapitalistischen Linken in Portugal gefestigt und im Land verankert; sie ist heute mit 4.200 Mitgliedern, einer aktiven Präsenz in Kämpfen und sozialen Bewegungen, 350 KommunalrätInnen und acht Parlamentsabgeordneten eine bedeutende Kraft. Interview mit Francisco Louçã


Biotreibstoffe: Voller Tank oder voller Bauch?

Treibstoffproduzenten, -transporteure und -händler, Fahrzeughersteller aller Kategorien, Verkäufer, Garagisten, Versicherer, Straßen und Kunstbauten-Betonierer, Designer, Publizisten … die Mafiabosse auf dem weltweiten Markt der Verbrennungsmotoren sind nicht bereit, auch nur auf das kleinste Körnchen des Schwarzen Goldes zu verzichten. Wenn die Erdölfelder erschöpft sind und den Motoren der Treibstoff ausgeht, wollen sie aus Landwirtschaftsflächen Ersatz für das Schwarze Gold pumpen – auch auf die Gefahr hin, dass sie die Menschen aushungern, die von diesen Flächen leben: „food against fuel“!


Immobilienkrise in den USA - Ursache, Verlauf und mögliche Auswirkungen

So ändern sich die Zeiten. Im Juni und Juli fieberte die Börsenwelt neuen Rekorden entgegen; heute ist man schon froh, wenn Firmenpleiten ausbleiben und der Verfall der Wertpapierkurse durch Finanzspritzen der Zentralbanken in Washington, Frankfurt und London gestoppt werden kann.


Vor 40 Jahren: Israels Sechs-Tage-Krieg

Der Krieg vom Juni 1967, bei dem die israelische Armee die arabischen Armeen besiegte und die palästinensischen Gebiete im Westjordanland und in Gaza sowie den ägyptischen Sinai und die syrischen Golanhöhen annektierte, war die Fortsetzung einer Kolonialpolitik, die bereits viel früher begonnen hatte.


Clara Zetkin (1857 - 1933): Vorkämpferin der sozialistischen Frauenbewegung

Clara Zetkin, eine der wichtigsten Wegbereiterinnen der sozialistischen Frauenbewegung, wurde vor 150 Jahren geboren, verstorben ist sie 1933. Sie wurde am 5. Juli 1857 als Clara Eißner in Wiederau, einem sächsischen Dorf zwischen Leipzig und Chemnitz, am Fuß des Erzgebirges geboren.


Wie links waren die Piraten?

Ein erfolgreicher Film — Pirates of the Caribbean (2003) — hat die Piraten jüngst als extravagante libertäre Outlaws dargestellt, die von der imperialen britischen Herrschaft verfolgt werden. Von Stevenson über Borges und Burroughs bis Le Clézio ist die Literatur voll von Abenteuern der Freibeuter. Andere Typen von Piraten bevölkern das Internet, die Heldentaten der Hacker rufen Bewunderung wie auch unter ihren Opfern Missfallen hervor. Ein beträchtlicher Teil der zeitgenössischen Sozialkritik beruft sich ausdrücklich auf die Piraterie: Tariq Alis neuestes Buch über die "Achse der Hoffnung" (Kuba, Venezuela, Bolivien) trägt bezeichnenderweise denselben Titel wie obengenannter Film: Pirates of the Caribbean.


Marx und der neue Imperialismus

Kann der Marxismus noch die neue Weltordnung und ihre Kriege erklären? Der Kapitalismus kehrt zu Ausbeutungsformen zurück, die es in der Epoche der freien Konkurrenz, also zu Marx‘ Zeiten, schon einmal gab; sie sind dem, was Marx kennengelernt hat, viel ähnlicher als die Herrschafts- und Ausbeutungsformen, die wir in den Jahren des Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Das "Kommunistische Manifest" nimmt das, was man heutzutage Globalisierung nennt, fast visionär vorweg.


Isaac Deutscher – ein skeptischer Trotzkist

Isaac Deutscher wurde vor hundert Jahren als Sohn eines Druckers und Verlegers in Chrzanów (bei Krakau) geboren. Seine Vorfahren waren im 16. Jahrhundert vom bayrischen Fürth nach Galizien ausgewandert. Beide Eltern und zwei seiner Geschwister wurden im zweiten Weltkrieg von den Nazis nach Auschwitz deportiert und kamen dort um. Er selbst starb im Alter von sechzig Jahren 1967 in Rom. Seine Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Tamara überlebte ihn um dreizehn Jahre.


Über Amnesie und Amnestie. Die Hintergründe des Khmer Rouge-Tribunals in Kambodscha

Warum ein Prozess gegen die Roten Khmer, warum erst jetzt? Was sind die Hintergründe des Prozesses? Wer ist angeklagt, wer nicht? Um welche Verbrechen geht es überhaupt, und wie waren sie möglich? Was sollen westliche Linke heute vom Tribunal und dessen Inhalt, von der Geschichte der Roten Khmer also, überhaupt halten?


Ein Überblick über die Ereignisse in Kambodscha

Kambodscha von 1863 bis heute im Zeitraffer


Vor 70 Jahren: Der Pjatakow-Radek-Prozeß und Stalins Holocaust

Die drei spektakulären, im „Oktobersaal“ des Moskauer Gewerkschaftshauses im August 1936, im Januar 1937 und im März 1938 veranstalteten Schauprozesse gegen Parteiführer der Ära Lenin, die sich in den zwanziger Jahren (zu verschiedener Zeit und mit ganz verschiedenen Programmen) gegen Stalin und seine Gruppe gestellt, 1929 aber „kapituliert“ hatten, waren für die sowjetische wie für die internationale Öffentlichkeit bestimmt.


Texte zur Grundeinkommensdiskussion

Beiträge zur Diskussion um das Grundeinkommen


Die Arbeiterräte in der ungarischen Revolution von 1956 - 1. Teil

Die Arbeiterräte waren das Herzstück des "Ungarnaufstandes" 1956. Keinesfalls war das Ziel der ungarischen Revolution das kapitalistische Ungarn von heute.


Lara Deep

Ihre Geschichte und ihre Wandlungen. In dem verkürzten Diskurs, der die öffentliche Meinung auf die Rechtfertigung der israelischen Angriffe gegen den Libanon festlegen will, erscheint die Hisbollah als reine Terrororganisation, die mit Al Qaeda auf eine Stufe zu stellen sei. Eine nähere Betrachtung widerlegt diese Sicht.


Europäische Gewerkschaftsbewegung heute – ein kurzer Überblick

Die neoliberal geprägte Wirtschaftspolitik der letzten zwanzig Jahre hatte schwerwiegende Konsequenzen für die Gewerkschaftsbewegung. Dabei muss man unterscheiden zwischen den objektiven, sozusagen bewusstlosen Auswirkungen dieser Politik auf die Gewerkschaftsbewegung durch die Veränderung von Arbeitswelt und Beschäftigungsstrukturen und den Maßnahmen, die von der herrschenden Klasse und ihren Sachwaltern in den Parlamenten durch Veränderung der Gesetzgebung gezielt gegen die Gewerkschaften selbst gerichtet wurden.


Kernfusion: Radioaktivität in neuem Gewand

Die Propagandisten der Atomtechnologie erhoffen nicht nur eine „Rückkehr des Atomzeitalters“ in Form von AKWs, sondern träumen auch von der der Kernfusion, die nach dem „Vorbild“ der Wasserstoffbombe, nur eben „gezähmt“, Energie erzeugen soll.


Enlazando Alternativas

Resolutionen vom Alternativengipfel "Lateinamerika/Karibik und EU" in Wien Drei Resolutionen: + Schlusserklärung „Enlazando Alternativas 2“ + Schlusserklärung des Tribunals + Feministische Intervention zur Schlusserklärung von Enlazando Alternativas 2


Weltwirtschaftliche Trends und Spannungen

Der Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 kann sowohl für die Weltpolitik wie auch für die Weltökonomie als Wendepunkt bezeichnet werden, der vorherige Tendenzen akzentuiert, aber auch neue Elemente beinhaltet. Die Remilitarisierung und die Erholung der nordamerikanischen Wirtschaft stehen im Zentrum dieses Prozesses.


Technische Anmerkungen zum Tschernobyl-Unfall

Über die technische Seite des Unfalls streiten sich die Fachleute bis heute, Konstrukteure (=Russland) und Betreiber (=Ukraine) liegen sich darüber in den Haaren. "Root cause", wie das so schön heisst, ist aber abgesehen davon die Sicherheitskultur der ehemaligen Sowjetunion im allgemeinen, auf der die brisante Mischung von Schlamperei, technischen und logistischen Fehlern entstehen konnte.


135 Jahre der Pariser Kommune: Vom „Angriff auf den Himmel“ zur Revolution um die Menschheit

Die Pariser Kommune, die erste kommunistische Revolution der Geschichte, wird 135 Jahre alt. Vom 18. März bis zum 28. Mai 1871 führten die französischen Arbeiter die Stadt von Paris und hatten den Mut, politische Maßnahmen umzusetzen, die sicherlich weiter ein Vorbild und eine Herausforderung der weltweiten sozialistischen Bewegung bleiben. Die Übernahme der Macht war jedoch eine Verteidigungsmaßnahme eines Volkes, das von der bürgerlichen Regierung bedroht wurde, Widerstand leistete und siegte. Wie Marx es beschrieb, handelte es sich um einen „Angriff auf den Himmel“, denn die intensive revolutionäre Kraft der Arbeiter kontrastierte mit ihrer schwachen Analyse über die objektiven Bedingungen der neu entstandenen Situation. Diese Erfahrung von nur 72 Tagen Dauer ist die wichtigste Grundlage der politischen Reflexion des Marxismus gewesen, womit die Pariser Arbeiter als „Avantgarde des modernen Proletariats“ anerkannt wurden. Um die Bedeutung dieser Erfahrung besser zu verstehen, ist es wichtig, sich den zeitlichen Kontext, den Klassenkampf, die Errungenschaften und die Lehren der Kommune zu vergegenwärtigen. Dies ist das Ziel des folgenden Textes, der durch das Zurückgehen in die Geschichte der Kommune gleichzeitig die dadurch entstandenen marxistischen Referenzen für den internationalen Klassenkampf skizzieren möchte.


Grundeinkommen jetzt. Eine Definition und vier Gründe für das bedingungslose, garantierte Grundeinkommen

Definition: Was ist das garantierte Grundeinkommen? Das Grundeinkommen soll bedingungslos, universell, personenbezogen und existenzsichernd monatlich an alle ausbezahlt werden. Weder Einkommen noch Geschlecht, weder Staatsbürgerschaft noch Erwerbstätigkeit sind dabei zu berücksichtigen. Armutsbekämpfung und Verbesserung der Sozialtransfers sind dabei nur ein Nebenaspekt. Es geht um die Verwirklichung jenes Prinzips, das auch als Motte des großen Kongresses zum Grundeinkommen im Herbst 2005 in Wien diente: „In Freiheit tätig sein!“


Tschernobyl: 20 Jahre danach

Am 26. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl der bisher schwerste atomare Unfall in der Geschichte der „zivilen“ Nutzung der Atomkraft. 20 Jahre danach, scheint die Atomindustrie wieder in die Offensive zu gehen.


Milosevics - ein Internationalist?

Catherine Samary über Milosevic‘ Rolle im Balkankrieg - Für die herrschenden Medien war Slobodan Milosevic der "Schlächter des Balkan". Die gegen ihn erhobene Anklage wegen Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der Kriege in Kroatien, Bosnien und Kosovo zwischen 1991 und 1999 galt als erwiesen, bevor das Urteil gesprochen war, der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien konnte sie nur bestätigen und den Hunderttausenden Toten in den ethnischen Säuberungen, als deren großer Drahtzieher er galt, damit Gerechtigkeit widerfahren lassen.


Schrei der Ausgeschlossenen

Alternativengipfel EU – Lateinamerika/Karibik: In Wien wird im Mai 2006 im Rahmen der EU-Präsidentschaft Österreichs ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und der Staaten Lateinamerikas und der Karibik stattfinden.


Götzendämmerung in Moskau und Budapest

1956 begann der Niedergang des Stalinismus.


Krise und Neuformierung der Linken in Brasilien

Durch ihre Identifikation mit der Regierungspolitik von Präsident Lula, der seit über zweieinhalb Jahren den von seinem Vorgänger Fernando Henrique Cardoso (FHC) eingeleiteten neoliberalen Kurs fortsetzt, ist die brasilianische Arbeiterpartei (PT) in eine tiefe Krise geraten. Der im Juni 2005 aufgedeckte Skandal des Kaufs von Abgeordnetenstimmen durch führende Politiker goss zusätzliches Öl ins Feuer, doch die Wurzeln dieser Krise liegen im tief greifenden Identitätswandel der Partei.


Bolivien: Zwischen Indígena-Utopie und Wirtschaftspragmatismus

Knapp drei Jahre nach seinem Scheitern bei den Wahlen 2002 gehen Evo Morales, Führer der Cocabauern und der bolivianischen Indígena-Bauernbewegung, und seine Partei siegreich aus den Gesamtwahlen vom 18. Dezember 2005 hervor. Diese Wahlen waren nach der Krise von Mai/Juni 2005 zwischen dem bisherigen Präsidenten Rodriguez und den sozialen Bewegungen vereinbart worden. Mit 51 % der Stimmen schafft die MAS-IPSP (Bewegung zum Sozialismus – Politisches Instrument für die Souveränität der Völker) schon im ersten Wahlgang den Durchbruch. Mit Morales, der für viele die sozialen Auseinandersetzungen verkörpert, die das Land seit 2000 und dem „Wasserkrieg“ in Cochabamba erfasst haben, wird erstmals in Lateinamerika ein Indígena Staatschef. Der Wahlsieg der MAS ist sicherlich in gewisser Hinsicht eine Rückkehr der Linken an die Macht (nachdem die UDP-Regierung 1985 an der Wirtschaftkrise gescheitert war). Aber die heutige Linke ist – auch wenn sie zum Teil das Erbe der damaligen Linken verkörpert – unendlich vielfältiger als diese.


Bolkestein II

Mobilisierungen gegen Bolkestein-Richtlinie


Bolkestein III

Das Mekka der Lobbyisten


Bolkestein I

Kampfplatz EU: Alarm Bolkestein Als sich im Mai/Juni 1995 in Frankreich und den Niederlanden eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die EU-Verfassung aussprach, war der Katzenjammer groß. Um der Krise Herr zu werden, rief die EU-Kommission eine Phase D aus. „D“ steht offiziell für Dialog, tatsächlich aber für Durchdrükken, wie die aktuelle Entwicklung bei der Dienstleistungsrichtlinie zeigt.


Über Amnesie und Amnestie. Die Hintergründe des Khmer Rouge-Tribunals in Kambodscha

Warum ein Prozess gegen die Roten Khmer, warum erst jetzt? Was sind die Hintergründe des Prozesses? Wer ist angeklagt, wer nicht? Um welche Verbrechen geht es überhaupt, und wie waren sie möglich? Was sollen westliche Linke heute vom Tribunal und dessen Inhalt, von der Geschichte der Roten Khmer also, überhaupt halten?